Crowdfunding bei der Volksbank: Das Wichtigste auf einen Blick
Crowdfunding Volksbank — damit ist in der Regel die Plattform „Viele schaffen mehr" gemeint, die von den Volksbanken und Raiffeisenbanken in Deutschland betrieben wird. Über diese Plattform können Vereine, gemeinnützige Organisationen, Schulen und lokale Initiativen Spenden für ihre Projekte sammeln. Das Besondere: Die jeweilige Volksbank vor Ort beteiligt sich häufig mit einem Co-Funding-Betrag und verdoppelt damit die Wirkung einzelner Spenden.
Volksbank Crowdfunding unterscheidet sich von kommerziellen Crowdfunding-Plattformen in einem zentralen Punkt: Es geht nicht um Rendite oder Produktvorverkäufe, sondern um die Förderung des regionalen Gemeinwesens. Das Modell basiert auf dem Donation-based-Ansatz — Unterstützer spenden, ohne eine materielle Gegenleistung zu erwarten. Damit fügt sich die Initiative in die genossenschaftliche Tradition der Volksbanken ein, die seit jeher auf regionale Verantwortung und gemeinschaftliches Wirtschaften setzt.
Auf einen Blick
Plattform: „Viele schaffen mehr" (viele-schaffen-mehr.de), betrieben durch die VR-NetWorld GmbH im Auftrag der Genossenschaftlichen FinanzGruppe.
Modell: Donation-based Crowdfunding mit Co-Funding durch die lokale Volksbank oder Raiffeisenbank.
Zielgruppe: Vereine, Schulen, Kitas, soziale Einrichtungen, Kulturprojekte, lokale Initiativen.
Reichweite: Über 100 teilnehmende Volksbanken und Raiffeisenbanken bundesweit.
So funktioniert die Plattform
Der Ablauf einer Volksbank-Crowdfunding-Kampagne folgt einem klaren Muster, das auch für Erstnutzer gut nachvollziehbar ist:
1. Projektidee einreichen — Initiatoren registrieren sich auf der Plattform und stellen ihr Projekt vor. Dazu gehören eine Beschreibung, ein Finanzierungsziel und optional Bilder oder ein Video. Die zuständige Volksbank vor Ort prüft das Projekt auf Eignung und gibt es frei.
2. Finanzierungsziel und Laufzeit festlegen — Projekte definieren einen konkreten Betrag, der innerhalb eines festgelegten Zeitraums erreicht werden soll. Üblich sind Laufzeiten von 30 bis 90 Tagen. Es gilt in der Regel das Alles-oder-nichts-Prinzip: Wird das Ziel nicht erreicht, erhalten die Spender ihr Geld zurück.
3. Kampagne aktiv bewerben — Der Erfolg hängt maßgeblich von der eigenen Kommunikation ab. Initiatoren sollten ihr Netzwerk mobilisieren — über Vereinsmitteilungen, soziale Medien, lokale Presse und persönliche Ansprache. Die Volksbank unterstützt in vielen Fällen mit eigener Öffentlichkeitsarbeit.
4. Co-Funding durch die Volksbank — Hier liegt der entscheidende Vorteil: Viele teilnehmende Volksbanken stocken die gesammelten Spenden auf. Die genauen Konditionen variieren je nach Bank — üblich sind Zuschüsse pro Spende oder ein pauschaler Co-Funding-Betrag bei Erreichen einer Mindestanzahl an Unterstützern.
5. Auszahlung und Umsetzung — Nach erfolgreicher Kampagne wird der Gesamtbetrag ausgezahlt. Der Initiator setzt das Projekt um und dokumentiert die Ergebnisse auf der Plattform. Diese Transparenz stärkt das Vertrauen für zukünftige Kampagnen.
Welche Projekte eignen sich?
Die Plattform „Viele schaffen mehr" richtet sich gezielt an gemeinnützige und regionale Vorhaben. Typische Projekte umfassen:
- Vereinsprojekte: Neue Sportgeräte, Trikots, Renovierung von Vereinsheimen, Jugendarbeit
- Bildung und Kinder: Schulhofgestaltung, Kita-Ausstattung, Förderprogramme
- Kultur und Soziales: Theaterproduktionen, Stadtfeste, Seniorenprogramme, Inklusion
- Umwelt und Nachhaltigkeit: Baumpflanzaktionen, Gemeinschaftsgärten, Naturschutzprojekte
- Lokale Infrastruktur: Spielplätze, Begegnungsstätten, Bücherschränke
Kommerzielle Vorhaben, politische Kampagnen oder Projekte ohne regionalen Bezug sind in der Regel ausgeschlossen. Die genauen Kriterien legt die jeweilige Volksbank fest.
Vorteile und Grenzen
Vorteile
- Co-Funding: Die Volksbank stockt Spenden auf — ein finanzieller Hebel, den kommerzielle Plattformen nicht bieten
- Regionale Verankerung: Projekte profitieren vom Netzwerk und der Bekanntheit der lokalen Bank
- Keine Gebühren: Für Initiatoren fallen in der Regel keine Plattformgebühren an
- Beratung: Die Volksbank vor Ort unterstützt bei Fragen zur Kampagne und zur Kommunikation
- Vertrauen: Der genossenschaftliche Rahmen schafft Seriosität gegenüber Spendern
Grenzen
- Nur gemeinnützig: Kommerzielle Projekte oder Startup-Finanzierungen sind nicht vorgesehen
- Regionale Einschränkung: Die Kampagne ist an das Geschäftsgebiet der teilnehmenden Volksbank gebunden
- Finanzierungsvolumen: Für Großprojekte mit sechsstelligen Beträgen ist die Plattform weniger geeignet
- Eigeninitiative nötig: Ohne aktive Bewerbung bleibt auch eine gute Projektidee unfinanziert
Volksbank Crowdfunding im Vergleich
Im Vergleich zu anderen Crowdfunding-Plattformen in Deutschland nimmt „Viele schaffen mehr" eine Sonderstellung ein. Während Plattformen wie Startnext auf Reward-based Crowdfunding setzen und Seedmatch oder Companisto Equity-based Beteiligungen anbieten, konzentriert sich die Volksbank-Plattform ausschließlich auf spendenbasierte Projekte mit regionalem Bezug.
Für eine grundlegende Einordnung der verschiedenen Crowdfunding-Modelle — von Donation-based bis Equity-based — empfehlen wir unsere Übersichtsseite. Dort erfahren Sie auch, welche regulatorischen Rahmenbedingungen für die einzelnen Modelle gelten.
Ist Volksbank Crowdfunding das Richtige für Sie?
Wenn Sie ein gemeinnütziges Projekt mit regionalem Bezug planen und einen überschaubaren Finanzierungsbedarf haben, ist „Viele schaffen mehr" eine ausgezeichnete Wahl. Das Co-Funding der Volksbank erhöht Ihre Erfolgschancen deutlich. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Volksbank oder Raiffeisenbank vor Ort, ob sie an der Plattform teilnimmt.
Häufige Fragen zu Crowdfunding bei der Volksbank
Was ist „Viele schaffen mehr"?
„Viele schaffen mehr" ist die Crowdfunding-Plattform der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Deutschland. Vereine und gemeinnützige Organisationen können darüber Spenden für regionale Projekte sammeln. Die lokale Volksbank beteiligt sich häufig mit einem Co-Funding-Betrag.
Kostet die Nutzung der Plattform etwas?
Nein. Für Initiatoren ist die Nutzung der Plattform in der Regel kostenfrei. Die Volksbank übernimmt die Plattformkosten als Teil ihres regionalen Engagements.
Wer kann ein Projekt einstellen?
Vereine, Schulen, Kitas, gemeinnützige Organisationen und lokale Initiativen mit Bezug zum Geschäftsgebiet einer teilnehmenden Volksbank. Privatpersonen mit kommerziellen Vorhaben sind ausgeschlossen. Für privatfinanziertes Crowdfunding bieten sich andere Wege an.
Wie hoch ist das Co-Funding der Volksbank?
Das variiert je nach Bank. Manche Volksbanken zahlen einen festen Betrag pro Spende (z. B. 5 Euro pro Einzelspende), andere stellen einen Gesamtbetrag pro Projekt bereit. Erkundigen Sie sich direkt bei Ihrer Volksbank nach den aktuellen Konditionen.
Was passiert, wenn das Finanzierungsziel nicht erreicht wird?
Bei den meisten Kampagnen gilt das Alles-oder-nichts-Prinzip: Wird das Ziel nicht erreicht, erhalten alle Spender ihr Geld zurück. Einige Volksbanken bieten auch flexible Modelle an, bei denen der bis dahin gesammelte Betrag ausgezahlt wird.